In der letzten Gemeinderatssitzung am 02.07.2026 wurden zahlreiche kritische Fragen zum Zustand unserer Trinkwasserversorgung gestellt. Anlass dafür waren die Verordnung der Gemeindeführung aufgrund der Wasserknappheit sowie die Anordnung, das Trinkwasser abzukochen.
Aus unserer Sicht kann nicht allein die Hitze für diese kritische Situation verantwortlich gemacht werden. Im Zuge der Sitzung wurde bekannt, dass die Verbindungsleitung zwischen dem Hochbehälter Schlossbach und dem Hochbehälter Geistbühel, die für den Wasserausgleich wesentlich ist, bereits seit 2021 Probleme bereitet und seit 2024 wissentlich außer Betrieb genommen wurde.
Nach unserem Kenntnisstand hatte dieses Wissen jedoch nur der Bürgermeister. Dieser wurde von den zuständigen Personen mehrfach auf diesen Umstand hingewiesen. Weder der Gemeindevorstand noch der Gemeinderat wurden vom Bürgermeister über diesen Missstand informiert. Auch im Ausschuss für Wohnen und Infrastruktur, der in grüner Hand ist, wurde dieses Thema seit 2024 nicht behandelt.
Für uns ist dieses Vorgehen des Bürgermeisters im Hinblick auf die kritische Versorgungssicherheit der Bevölkerung inakzeptabel. Der Gemeinderat soll laufende Budgetplanungen durchführen, ohne von derart gravierenden Schäden zu wissen. Für 2029 – also ein Jahr nach der nächsten Gemeinderatswahl – wäre diese Reparatur im langfristigen Budgetplan vorgesehen gewesen.
Weiters gehen wir davon aus, dass mehrere Faktoren gleichzeitig zusammengespielt haben müssen. Um für die Bevölkerung künftig eine Verbesserung zu erreichen, haben wir aktiv unsere Mitarbeit bei der Aufarbeitung dieser Faktoren angeboten. Zwei erfahrene Ingenieure aus unserem Klub stehen dafür unentgeltlich zur Verfügung.
Von uns wurde außerdem eine Klarstellung seitens der Gemeinde verlangt. Die Bevölkerung muss endlich offen und ehrlich über die Missstände aufgeklärt werden. Sie verdient Transparenz, Offenheit und vor allem eine nachhaltige Verbesserung der Situation.
Der vorgelegte Dringlichkeitsbeschluss zur Sanierung der Verbindungsleitung ist aus unserer Sicht ein wichtiger Mosaikstein, sicher aber nicht die endgültige und ganzheitliche Lösung.
Wir werden uns weiterhin aktiv für eine Verbesserung der Situation einsetzen, damit solche Einschnitte in das persönliche Leben der Zirlerinnen und Zirler künftig vermieden werden.
Infrastruktur muss in Zirl einen höheren Stellenwert bekommen.
Es darf nicht nur um Projekte gehen, die sich politisch positiv vermarkten lassen und Rot-Grün medial glänzen lassen. Wir mussten im letzten Jahr mehrfach feststellen, dass der glänzende Schein unserer Gemeindeführung offenbar trügt.
Zum Abschluss bedanken wir uns bei allen, die im Einsatz gestanden sind und die Versorgung aufrechterhalten haben.